NORDSEE-ZEITUNG
AUBI-plus GmbH Donnerstag, 21. November 2019 4 Minuten Lesezeit

Das Volontariat - der Berufseinstieg als Redakteur

Eventuell verbindest du mit einem Volontariat erstmal den Freiwilligendienst oder du hast es bereits öfter als Voraussetzung für einen bestimmten Job im Bereich Journalismus gesehen. Wir zeigen dir, was ein Volontariat im Bereich Journalismus eigentlich ist, welche Voraussetzungen du erfüllen musst und was du als Volontär machst.

Schreiben, Recherchieren und Redigieren gehören zum Volontariat.
Schreiben, Recherchieren und Redigieren gehören zum Volontariat.© Lucia Grzeskiewicz

Was ist ein Volontariat?

Das Volontariat ist eine besondere Art der Berufsausbildung, bei der zukünftige Redakteure oder Journalisten im Unternehmen ausgebildet werden. Besonders im Medienbereich und in der Buch- und Zeitungsbranche ist das Volontariat ein oft gewählter Weg in den Berufseinstieg. Der Begriff des Volontariats leitet sich aus dem französischen "volontaire" ab, was so viel bedeutet wie "freiwillig". Der Ursprung liegt in einer ehrenamtlichen und befristeten Tätigkeit bei einer Organisation oder Institution. Im Journalismus werden angehende Redakteure als Volontäre bezeichnet. Die Definition ist nicht gesetzlich geregelt. Bei Tageszeitungen und Zeitschriften gibt es jedoch seit 1990 tariflich festgelegte Regeln, die etwa die Länge, die Inhalte und Bezahlung während der Ausbildung als Volontär bestimmen.

Wo kann ein Volontariat gemacht werden?

Ein Volontariat kannst du beispielsweise in der Redaktion einer Tageszeitung, eines Radio- bzw. Fernsehsenders, einer Zeitschrift, eines Online-Magazins oder auch bei städtischen Behörden in der PR- und Öffentlichkeitsarbeit absolvieren. Auch die Branche ist vielfältig. Im Medienbereich, bei wissenschaftlichen Institutionen, aber auch im technischen Bereich werden Volontäre in Redaktionen benötigt. Bei der Wahl des Mediums bzw. der Institution sollten deine Interessen natürlich im Vordergrund stehen. Wenn du eine Leidenschaft für Sport hast, solltest du also versuchen als Volontär bei einem Sportsender oder einer Sportzeitschrift einzusteigen.

Wie lange dauert ein Volontariat?

Ein Volontariat dauert je nach Branche und Vorkenntnissen 12-24 Monate. Dabei darf die maximale Länge von 24 Monaten nicht überschritten und die Mindestdauer von 12 Monaten nicht unterschritten werden. Bezahlung, Dauer und der Ablauf werden im Vorhinein vertraglich festgehalten, damit du alles schriftlich vorliegen hast und deine Ausbildung ohne Sorgen angehen kannst.

Was macht ein Volontär?

Als Volontär bzw. als Volontärin lernst du die journalistischen Grundlagen kennen. Also das Schreiben, Recherchieren und Redigieren. Redaktionsvolontäre durchlaufen bei einer Tageszeitung zum Beispiel drei unterschiedliche Bereiche. Zwei Bereiche, sogenannte Ressorts, sind dabei festgelegt. Neben den festgelegten Ressorts Lokales und Politik, darfst du das dritte Ressort meist selbst wählen. Zur Auswahl stehen dir beispielsweise noch Sport, Wirtschaft oder Kultur. Während deiner Ausbildung bekommst du Hilfe von einem erfahrenen Redakteur, der dir als Mentor zur Seite steht. Zusätzlich besuchst du während des Volontariats Seminare, Lehrgänge und Kurse, die deine journalistischen Kenntnisse weiter schulen sollen. Wie du bereits merkst, ist ein Redaktionsvolontariat sehr praxisbezogen aufgebaut und das hat natürlich auch einen Hintergrund. Am Ende soll der Volontär so gut wie möglich ausgebildet sein und seine Arbeit im Betrieb als Redakteur ohne große Hürden aufnehmen.

Welche Voraussetzungen brauchst du für ein Volontariat?

Das Gute vorweg: Es gibt keine formalen Voraussetzungen, um sich als Volontär zu bewerben. Du musst lediglich mindestens 18 Jahre alt sein. Jede Branche und jedes Medium hat seine eigenen Voraussetzungen und Erwartungen an einen Bewerber. In Medienunternehmen und Zeitschriften hat sich häufig durchgesetzt, dass mindestens das Abitur oder sogar ein abgeschlossenes Studium vorausgesetzt werden. Das heißt aber nicht, dass du nach deinem Schulabschluss oder einer abgeschlossenen Berufsausbildung dich nicht zum Redakteur ausbilden lassen kannst. Auch ohne ein Studium in Germanistik oder Kommunikationswissenschaften ist ein Volontariat möglich. Du kannst beispielsweise durch ein Praktikum, einen Nebenjob im Bereich Journalismus oder eine Tätigkeit als freier Mitarbeiter praktische Erfahrungen sammeln. Diese Erfahrung kannst du später im Anschreiben und in deinem Lebenslauf einbauen. Oft werden auch im Vorhinein Arbeitsproben verlangt, diese könnten zum Beispiel Artikel für die Lokalzeitung, selbst angefertigte Reportagen oder veröffentlichte Berichte aus der Schülerzeitung sein. Ein gutes Allgemeinwissen und das Interesse, über Neues zu berichten ist natürlich auch von Vorteil. 

Auch mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung, zum Beispiel im technischen Bereich, hast du Chancen auf ein Volontariat. Die Aufgabe eines technischen Volontärs ist es beispielsweise, technische Dokumentationen, wie zum Beispiel Bedienungsanleitungen für Hard- und Software anzufertigen. Dafür wird ein fachspezifisches Verständnis vorausgesetzt, welches du durch eine Berufsausbildung als Fachinformatiker oder ein Studium vorweisen kannst. Als technischer Redakteur kannst du dann später etwa in einer Softwarefirma arbeiten und dort die technische Dokumentation übersetzen, lektorieren und redigieren.

Was verdient ein Volontär?

Da das Volontariat nicht gesetzlich geregelt ist, schwankt die Bezahlung von Institut, Medium, Branche und Jahr. Im Journalismus und der Öffentlichkeitsarbeit gilt die tarifvertragliche Regelung. Hier variiert die Bezahlung zwischen 1500 Euro und 2200 Euro. Bei wissenschaftlichen Institutionen liegt die Spanne etwas höher, bei 1900 Euro bis 2100 Euro. Informiere dich also im Vorhinein, was du verdienen kannst. Leider wird auch häufig der Vergleich zu einem Praktikum gezogen. Da du jedoch als vollwertige Arbeitskraft tätig bist, kannst du auf ein angemessenes Gehalt bestehen.

 

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