NORDSEE-ZEITUNG
AUBI-plus GmbH Donnerstag, 18. Juli 2019 3 Minuten Lesezeit

Was tun, wenn man den Ausbildungsplatz nicht antreten möchte?

Die Schule ist geschafft und das Abschlusszeugnis lässt auch nicht mehr lange auf sich warten. Gerade jetzt gehen einem viele Gedanken durch den Kopf, wie man die Zeit nach der Schule gestalten möchte. Hast du dich für einen Ausbildungsberuf entschieden, werden meist einige Bewerbungen verschickt, bevor eine Zusage dabei ist. Nach einer Zusage hast du jetzt aber das Luxusproblem, einen für dich noch passenderen Ausbildungsplatz bei einem anderen Unternehmen ergattert zu haben, weshalb du deinen zugesagten Ausbildungsvertrag gerne kurzfristig kündigen würdest. Wir zeigen dir, wie du vor Beginn einer Ausbildung vorgehen solltest, falls du dich spontan für ein anderes Unternehmen entscheidest.

Was tun, wenn der Ausbildungsvertrag schon unterschrieben ist?
Was tun, wenn der Ausbildungsvertrag schon unterschrieben ist?© Free-Photos | Pixabay Public Domain

Der Ursprung des Problems – Wenn Lehrstellen zu Leerstellen werden

Besonders für Unternehmen stellt der aktuell immer öfter auftretende Fall, dass Jugendliche die Ausbildung vor Beginn abbrechen, ein ernstzunehmendes Problem dar. So kommt es nicht selten vor, dass eigentlich besetzte Stellen kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres unbesetzt bleiben und personelle Engpässe die Folge sind. Eine kurzfristige Kündigung aufgrund eines für den Bewerber besseren Angebots ist jedoch nicht der einzige Grund, weshalb eine Stelle nicht angetreten wird.

Die häufigsten Gründe für die Kündigung vor Ausbildungsbeginn sind:

  • Mehr als eine Zusage als Folge einer Vielzahl an versendeten Bewerbungen
  • Umzug in eine andere Stadt
  • Anderer Ausbildungsplatz ist näher am Heimatort
  • Interessen haben sich aufgrund von Praktika o. ä. verändert
  • Aufnahme eines Studiums
  • Persönliche Gründe (Allergien, familiäres Umfeld, …)
  • Negative Informationen über das Unternehmen
  • Wirtschaftliche Gründe (zu geringe Ausbildungsvergütung)

Die Kündigung vor Ausbildungsbeginn

Jedes Jahr bleiben tausende Stellen unbesetzt, eine nicht unerhebliche Menge durch zukünftige Auszubildende, welche ihre Stelle letzten Endes nicht antreten und kurzfristig ihre Ausbildung vor Beginn kündigen. Ein großes Problem für Unternehmen, besonders aber auch für andere, teilweise verzweifelt suchende Bewerber. Wenn du einen Ausbildungsvertrag unterschrieben hast, aber schon weißt, dass du sehr wahrscheinlich eine andere Ausbildungsstelle annimmst, solltest du also das Unternehmen schnellstmöglich informieren und nicht den Ausbildungsplatz blockieren. So wird anderen Bewerbern die Chance ermöglicht, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und sich für den Ausbildungsplatz zu empfehlen.

Frühe Gewissheit für beide Seiten

Hast du also den Entschluss gefasst, deinen bereits abgeschlossenen Ausbildungsvertrag kündigen zu wollen, bist du rechtlich gesehen an keine Form der Mitteilung gebunden, solltest jedoch einige Dinge beachten. Das Unternehmen hat einige Zeit in den Bewerbungsprozess investiert, beispielsweise um die Ausbildungsangebote zu erstellen und einen geeigneten Azubi aus einer Auswahl an Bewerbern herauszufiltern. Allein deshalb solltest du darauf achten, früh genug Bescheid zu geben, falls du den Ausbildungsplatz nicht antrittst. Im Ernstfall steht das Unternehmen vor der fast unlösbaren Aufgabe, die vakante Ausbildungsstelle zwei Wochen vor Beginn der Ausbildung neu besetzen zu müssen, was natürlich nur sehr selten gelingt.

Die „richtige“ Vorgehensweise

Auch wenn es nicht direkt im Berufsbildungsgesetz vermerkt ist, solltest du auf schriftlichem Weg absagen. Natürlich bist du nicht an die Angabe von Gründen gebunden, solltest dein Schreiben jedoch so nett wie möglich gestalten und vielleicht erläutern, dass die Stelle in einem anderen Unternehmen besser zu dir und deinen Interessen passt. So gehst du im „Guten“ mit dem Unternehmen auseinander, gleichzeitig kann der Personaler deine möglichen Beweggründe reflektieren und gegebenenfalls von Verbesserungsmöglichkeiten für die Bewerberfindung in der Zukunft profitieren.

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